125 Hz – ab dieser Frequenz beginnt die Lautsprecherkurve des Redmi Pad 2 9.7 überhaupt erst, messbare Ausschläge zu zeigen. Für einen Einstiegspreis von rund 160 Dollar (bzw. 150 Euro) packt Xiaomi ein 120-Hz-2K-Display und einen Snapdragon-Chip in das Gehäuse. Doch die Labormessungen von Notebookcheck mit Rosa Rauschen (Pink Noise) offenbaren die akustischen Grenzen des Geräts schonungslos.
Messungen ab 125 Hz entlarven die akustische Schwäche
In den Testdaten aus dem Labor ist der Tieftonbereich des Redmi Pad 2 9.7 praktisch ein Vakuum. Erst im oberen Bassbereich ab 125 Hz ist ein leichter Anstieg messbar, wodurch dem Klangbild jegliche echte Tiefe im Bassfundament fehlt. Im direkten Vergleich bietet die Konkurrenz im selben Marktsegment, wie etwa das Honor MagicPad 4, in diesem Frequenzbereich bereits eine solide akustische Basis.
Die Tiefbassleistung bestimmt maßgeblich das Mindestniveau des gesamten audiovisuellen Erlebnisses. Beim Anschauen von Actionfilmen oder beim Gaming lassen kraftlose, hohle Explosionen das immersive Gefühl, das der scharfe 2K-Bildschirm eigentlich vermitteln soll, spürbar verpuffen.
Frequenzkurve ab 400 Hz: Für Podcasts optimiert, für Filme zu blechern
Die akustische Abstimmung dieses Einsteiger-Tablets konzentriert sich fast ausschließlich auf den Mittenbereich. Die Messkurve klettert ab rund 400 Hz steil nach oben und erreicht in den oberen Mitten ihren Höchstwert. Zwar zeigen sich die Höhen gut ausgeprägt, weisen jedoch einen unruhigen, wellenförmigen Verlauf auf, bevor der Schallpegel im extremen Hochtonbereich wieder rapide einbricht. Im Alltag führt dies bei mittlerer bis maximaler Lautstärke zu einem störend blechernen und dünnen Klang.
Abb.: Das Testgerät des Xiaomi Redmi Pad 2 9.7 im Test. Quelle: Notebookcheck
Dieser Frequenzverlauf folgt einer typischen Optimierung für Sprachinhalte. Hörbücher und Podcasts klingen dadurch ausgesprochen verständlich und klar. Bei komplexen Musikstücken oder dynamischen Filmszenen gerät die enge, substanzlose Klangbühne jedoch sofort an ihre Grenzen.
Der 3,5-mm-Klinkenanschluss als rettender Ausweg
Die Schwächen der eingebauten Lautsprecher machen externe Audiogeräte praktisch zur Pflicht. Positiv fällt auf, dass Xiaomi bei diesem Tablet nicht auf den klassischen 3,5-mm-Klinkenanschluss verzichtet hat, sodass Nutzer das interne Soundsystem unkompliziert umgehen können. Auf kabelloser Seite bleibt die Ausstattung mit Bluetooth 5.0 und einer überschaubaren Codec-Palette (SBC, AAC und aptX) allerdings auf dem Niveau der Vergangenheit stehen.
Abb.: Detailansicht der seitlichen Anschlüsse des Xiaomi Redmi Pad 2 9.7. Quelle: Notebookcheck
Das Beibehalten der Klinkenbuchse wirkt weniger wie eine bewusste Retro-Entscheidung als vielmehr wie ein Zugeständnis an die dürftige Lautsprecherqualität. Der veraltete Bluetooth-Standard und die eingeschränkte Codec-Unterstützung versperren zudem den Weg, über moderne kabellose Kopfhörer hochauflösende Audiosignale abzurufen.
Der Fall des Redmi Pad 2 entlarvt die Verlockung reiner Datenblätter. Im Budget-Segment ermöglichen Skaleneffekte der Lieferkette zwar günstige Bildschirme mit hohen Bildwiederholraten. Doch Resonanzkörper und akribische Lautsprecherabstimmung verlangen handfeste Entwicklungskosten. Bei einem Gerät, das für Medienkonsum gebaut wurde, entscheidet die Klangqualität am Ende oft weitaus stärker über den Gesamteindruck als die bloße Taktfrequenz des Prozessors.
Weiterführende Links:
- Our review of the new Xiaomi tablet uncovers weakness that is not apparent from spec sheet